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Bisherige Veranstaltungen und Vorträge unserer Selbsthilfegruppe:

Berliner Selbsthilfegruppen besuchen gemeinsam ein Zentrum für Strahlentherapie

In Zeiten von Corona ist es ja bekanntlich extrem schwer, die so notwendigen Präsenztreffen abzuhalten – geschweige denn, Veranstaltungen durchzuführen. Umso stolzer können wir darauf sein, dass es uns unter Federführung der SHG Berlin-Nord gelungen ist, am 15.09.2020 gemeinsam mit allen Berliner Selbsthilfegruppen – insgesamt waren wir 30 Teilnehmer – einen Vortrag mit Fragerunde sowie anschließender Führung durch das Diagnostisch Therapeutische Zentrum in Berlin-Friedrichshain (kurz: DTZ) zu organisieren. Selbstverständlich wurden während der gesamten Veranstaltung die uns inzwischen allen bekannten AHA-Regeln (Abstand-Hygiene-Atemschutz) eingehalten. Zusätzlich haben wir am Eingang mit einem Stirnthermometer Fieber gemessen und jeder Teilnehmer musste ein Kontaktformular und Erklärung zum Haftungsausschluss bezüglich Corona-Infektionsgefahr ausfüllen. Das DTZ Berlin bietet neben einem umfangreichen Spektrum an hochmodernen bildgebenden Verfahren auch eine breite Palette therapeutischer Maßnahmen, zu denen insbesondere die Radionuklid-, Brachy- und Strahlentherapie gehören. Die Vorträge sowie die Führung unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. med. W. Mohnike waren hochinteressant. Bei einem kleinen Imbiss erfuhren wir während der Präsentation, wie zielgenau und schonend man heutzutage bestrahlen kann. Uns wurde erläutert, was PET/CT und PET/MRT ist, welche Tracer man verwendet und wann man welches Gerät bevorzugt. Die Führung durch den 7 m tiefen Keller war einfach beeindruckend. Hier stehen gut abgeschirmt die Millionen teuren Geräte. Am wichtigsten für alle Betroffenen war jedoch die Aussage, dass die Kosten für die PET/CT inzwischen von allen gesetzlichen Krankenkassen und nicht nur von der Techniker Krankenkasse übernommen werden sofern ein relevanter und dokumentierter Grund dafür vorliegt. Dieser Bericht soll alle SHG’s dazu ermutigen, unter Einhaltung der AHA-Regeln ähnliche Veranstaltungen durchzuführen und zu besonderen Vorträgen oder Events auch öfter mal Gruppen aus der Nachbarregion einzuladen. Denn nur gemeinsam sind wir stark!


Ernährungsberaterin bei SHG Berlin-Nord

Es gibt in Deutschland nur ganz wenige Ernährungsberater*innen speziell für Krebserkrankungen. Deshalb sind wir besonders stolz darauf, dass es uns gelungen ist, die renommierte und inzwischen pensionierte Ernährungsberaterin Elfriede Sommerfeld für einen Vortrag am 7. Juli 2021 zu gewinnen. Treffpunkt war ein Gartenlokal in Berlin-Tegel – selbstverständlich unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Die Beteiligung war erwartungsgemäß hoch. Frau Sommerfeld wies darauf hin, dass bei Krebserkrankungen immer eine ganzheitliche Betrachtung wichtig sei. Beispielsweise sei es ratsam, regelmäßig einen großen Darmcheck (Entzündungsmarker, Bakterien, Gallensäure, Pilze) durchführen zu lassen. Es bringt beispielsweise überhaupt nichts, bestimmte Vitamine einzunehmen, wenn der Stoffwechsel nicht richtig funktioniert. Eine derartige Untersuchung kann man am besten vom Onkologen oder Proktologen verordnen lassen. Auch ein großes Blutbild (Spurenelemente, Vitaminmangel, Vitalstoffmangel, Mineralstoffmangel, Nierenwerte, Leberwerte, Schilddrüsenwerte) sei in diesem Zusammenhang empfohlen. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist unbedingt ein IgG/IgG4-Test (nicht auf Sofort- sondern auf Spätreaktionen!) anzuraten. Dieser Test gibt z.B. Aufschluss über Intoleranzen auf Nahrungsmittelzusatzstoffe sowie über Intoleranzen auf Medikamente, chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut sowie auf Entzündungsprozesse. Wie bekannt ist, ernähren sich Tumorzellen von Kohlehydraten. Also sollte man möglichst alle Kohlenhydrate wie z.B. Zucker, Kartoffeln, Nudeln, Brot und Weizenmehlerzeugnisse meiden. Auch rotes Fleisch und Milchprodukte sollten an Prostatakrebs erkrankte möglichst meiden. Als Ersatz sind hier Hafermilch, Reismilch, Kokosmilch, Mandelmilch und Sojaprodukte zu nennen. Als Getränke eignen sich am besten stilles Wasser, selbst zubereitete Smoothies und grüner Tee – selbst gegen alkoholfreien Rotwein in Maßen sei nichts einzuwenden. Wenn Krebszellen ausschließlich Fett und Eiweiß bekommen, können sie sich nicht weiter vermehren. Gesunde Eiweiße sind in Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchten, Quinoa, Nüssen, Tofu und Bohnen enthalten. Zusätzlich kann man Eiweißpulver von Reis, Hanf, Erbsen und Lupinen verwenden. Als Ersatz für Zucker kann man Stevia oder Birkenzucker verwenden. Selen sei wichtig bei Prostatakrebs und das erreicht man durch drei Paranüsse täglich. Bei Fetten sollte man auf gute pflanzliche Fette wie Oliven-, Hanf-, Kokos- oder Rapsöl achten – selbstverständlich alles nur in Bio-Qualität. Morgens empfiehlt Frau Sommerfeld die Gabe von einem Teelöffel Kreuzkümmel- oder Kürbiskernöl in bester Bio-Qualität. Auch Vitamine und Spurenelemente dürfen in keinem Fall vernachlässigt werden. Allerdings sollte hoch dosiertes Vitamin D nur zusammen mit Vitamin K2 eingenommen werden. Aber Achtung: Während einer Chemotherapie dürfen die Vitamine A und C sowie Curcuma nicht gegeben werden. Vitamin D unterstützt die Mineralisierung und Aushärtung des Knochens. Die Aufnahme von Calcium in den Körper erfolgt im Darm. Durch zusätzliche Gabe von Vitamin D wird die Aufnahmerate von Calcium deutlich verbessert. Das Coenzym Q10 sei wichtig für den Stoffwechselaufbau und für Herz/Kreislauf. Eine natürliche Aufbausubstanz ist Curcuma in medizinisch aufbereiteter Form. Vitaminbomben sind Beerenobst – am besten schon zum Frühstück mit Haferflocken, Kürbiskernen, Leinsamen, Sprossen, Nüssen und Soja-Joghurt. Auch Phytoöstrogene sind wichtig. Zu den positiven Funktionen der Phytoöstrogene gehört ihre Krebs vorbeugende, antioxidative und das Immunsystem unterstützende Wirkung. Enthalten sind sie z.B. in Granatapfel, Tomatenkonzentrat, Paprika oder Hagebutte. Polyphenole wirken im Körper als Antioxidantien. Diese sekundären Pflanzenstoffe sollen Herzinfarkte und Krebserkrankungen vermeiden. Sie sind enthalten in Gewürzen wie Nelken, Sternanis, Pfefferminze aber auch in dunkler Schokolade mit min. 85 % Kakaoanteil und Kaffee (ohne Milch!). Dieser Bericht soll als Anregung diesen, auch mal andere Bereiche wie Sport und Ernährung in die Vorträge der Selbsthilfegruppen aufzunehmen. Es lohnt sich durchaus, über eine sukzessive Ernährungsumstellung nachzudenken.


Prostata SHG Berlin-Nord besucht die Müritz-Klinik in Klink

Am 06. Oktober 2021 hat unsere Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Berlin-Nord die Müritz-Klinik in Klink besucht, die in einer traumhaften Lage umgeben von Wald direkt an der Müritz liegt. Es tat so gut, trotz der Pandemielage endlich mal wieder etwas gemeinsam zu unternehmen. Das stärkt den Zusammenhalt der Gruppe. Denn die Online-Treffen sind zwar besser als gar keine aber der persönliche Kontakt ist eben durch nichts zu ersetzen. Nach knapp zwei Stunden Fahrt wurden wir in der Müritz-Klinik in Klink herzlich empfangen. Da wir recht früh in Berlin losfahren mussten, gab es nach der „Anstrengung“ erst einmal Kaffee und belegte Brötchen zur Stärkung und zum Ankommen, denn Prostatakrebs-Betroffene bewegen sich meist im oberen Alterssegment. Wegen der wieder angezogenen Corona-Auflagen haben wir große Teile der Führung leider nur virtuell realisieren können. Frau Stoy, die Assistentin der Geschäftsführung, hat uns informiert, dass die Klinik Prävention und Rehabilitation für die Fachbereiche Urologie und Onkologie, Kardiologie, Orthopädie, Transplantationsmedizin und Dialyse anbietet. Deutschlandweit einzigartig ist das Zentrum für Kinder und Jugendliche, die organkrank oder transplantiert sind. Durch die Vielzahl der Fachbereiche verfolgt die Klinik einen multidisziplinären Behandlungsansatz. Der ärztliche Direktor Herr Dr. Becker berichtete anhand von praktischen Beispielen, welche Nebenwirkungen es bei radikaler Prostatektomie im Vergleich zur Strahlenbehandlung gibt. Sehr belastend für Prostatakrebs-Patienten sind die Harninkontinenz aber auch die Erektile Dysfunktion. Durch Beckenbodentraining auf einem Spezialstuhl mit Messgerät kann man die Funktionseinschränkungen erfolgreich behandeln. Zum weiteren Leistungsspektrum der Klinik gehören psychoonkologische Betreuung, Physiotherapie, Biofeedback, ein umfassendes Sportangebot, Ergotherapie und Ernährungstherapie. Am Ende seines Vortrags nahm sich Herr Dr. Becker ausreichend Zeit, um alle unsere Fragen erschöpfend zu beantworten. Wie es der Zufall wollte, hatten wir in unserer Gruppe Mitglieder, die bereits eine Anschlussheilbehandlung in dieser Klinik gemacht haben und sie in den höchsten Tönen lobten. Zum Schluss hat Frau Jackstädt von der Sozialberatung einen sehr interessanten Vortrag gehalten. Sie hat kurz die Themen Schwerbehindertenrecht, Krankengeld, Rentenleistungen, Teilhabe am Arbeitsleben sowie Pflege gestreift. Viele Dinge waren selbst den „alten Hasen“ unter uns nicht bekannt. Nach einem kleinen Imbiss ging es schlussendlich nach Waren, wo wir eine zweistündige, von der Touristeninformation organisierte historische Stadtführung genießen durften. Im Namen der gesamten Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Berlin-Nord danke ich Herrn Fronhöfer von der AOK Nordost für die Unterstützung durch die Projektförderung. Wir danken auch den Referent*innen der Müritz-Klinik an dieser Stelle recht herzlich für ihre Zeit und ihr Engagement.


Infostand der Prostata SHG Berlin-Nord im Tegel Quartier

Am 19. Februar und am 12. März 2022 haben wir jeweils von 9 bis 16 Uhr einen Infostand im Tegel Quartier in der Passage der Fußgängerzone Gorkistraße gehabt, um Männer über 45 zu motivieren, zur urologischen Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Neben vielen Gesprächen mit Passanten wurde unser Stand auch von der lokalen Presse und von der Charité Berlin besucht. Am 12. März hat der RBB von 7:30 bis 12:30 Uhr für eine Sendung zum Thema „Männergesundheit“ gedreht, die am 22. Juni 2022 um 20:15 Uhr im RBB ausgestrahlt wird (voraussichtlich im Rahmen der Serie RBB Praxis). Es wurden Interviews mit Herrn Prof. Weißbach und mit Herrn Prof. Schlomm, Charité Berlin, geführt. Wir haben jede Menge Infomaterial wie Flyer und Magazine verteilt und hatten viele interessante Gespräche. Trotz heftiger Rückenschmerzen war diese Aktion rundum ein voller Erfolg!